Ein Portal des Gesundheitsnetzwerks NRW Quelle: öffentliche Verzeichnisse
Für Patienten Zuletzt aktualisiert:

Facharzttermin bekommen: Wege, die tatsächlich helfen

Warum es dauert

Die Nachfrage nach Facharztterminen übersteigt in vielen Fachrichtungen und Regionen das Angebot. Das ist keine Unhöflichkeit einzelner Praxen und lässt sich durch Beharrlichkeit am Telefon nur begrenzt lösen.

Was hilft, sind die richtigen Wege – und die Kenntnis, welcher wann greift.

Weg 1: Die Terminservicestelle (116 117)

Der wirksamste und am wenigsten bekannte Weg. Erreichbar rund um die Uhr telefonisch und online.

Was sie leistet: Vermittlung eines Termins bei einer Fachärztin oder einem Facharzt innerhalb einer festgelegten Frist – abhängig von der Dringlichkeit.

Was Sie brauchen:

  • eine Überweisung mit Dringlichkeitscode für die meisten Fachrichtungen
  • ohne Überweisung möglich: Augenheilkunde und Gynäkologie
  • ebenfalls vermittelt werden Termine zur psychotherapeutischen Sprechstunde

⚠️ Der Dringlichkeitscode ist der Schlüssel. Fehlt er auf der Überweisung, kann meist nicht vermittelt werden. Fragen Sie in der überweisenden Praxis ausdrücklich danach – viele denken nicht von selbst daran.

Was Sie akzeptieren müssen: Vermittelt wird eine Praxis in zumutbarer Entfernung, nicht Ihre Wunschpraxis. Wer auf eine bestimmte Praxis besteht, verzichtet auf die Fristzusage.

Weg 2: Direkt anrufen – aber richtig

Rufen Sie früh an, gleich zu Beginn der Telefonzeit. Viele Praxen vergeben dann die am Vortag frei gewordenen Termine.

Fragen Sie nach der Absageliste. Fast jede Praxis führt eine. Kurzfristige Absagen sind häufig, und wer erreichbar und flexibel ist, rückt nach. Sagen Sie ausdrücklich, dass Sie kurzfristig könnten.

Fragen Sie nach der Akutsprechstunde. Viele Praxen halten Zeiten für dringende Fälle frei, die nicht online buchbar sind.

Erweitern Sie den Radius. Die Praxis zwei Orte weiter hat oft kürzere Wartezeiten als die um die Ecke.

Weg 3: Über die überweisende Praxis

Wenn es medizinisch dringend ist, kann Ihre Hausarztpraxis in vielen Fällen direkt etwas erreichen – ein Anruf von Praxis zu Praxis wirkt anders als der einer Privatperson.

Sagen Sie deshalb klar, wie es Ihnen geht, statt den Termin selbst zu organisieren. Ob es dringend ist, kann die Praxis besser einschätzen als Sie.

Was Sie beim Anruf bereithalten

  • Versichertennummer und Geburtsdatum
  • Überweisung mit Dringlichkeitscode (Code vorlesen können)
  • Zeiträume, in denen Sie nicht können – kurz und ehrlich
  • Angabe, ob Sie kurzfristig einspringen könnten

Je flexibler Sie sind, desto schneller geht es. Das ist unbefriedigend, aber es ist die Realität der Terminvergabe.

Überweisung, Quartal, Karte

Eine Überweisung gilt für das laufende Quartal. Wenn der Termin im nächsten Quartal liegt, brauchen Sie unter Umständen eine neue – klären Sie das bei der Terminvergabe, nicht am Tag des Termins.

Die Gesundheitskarte muss einmal pro Quartal eingelesen werden, in jeder Praxis, die Sie aufsuchen.

Wenn es nicht warten kann

112 – bei Verdacht auf einen Notfall: Brustschmerz, Atemnot, plötzliche Lähmung oder Sprachstörung, Bewusstseinsstörung, schwere Blutung, Krampfanfall.

116 117 – ärztlicher Bereitschaftsdienst außerhalb der Sprechzeiten. Dieselbe Nummer, andere Funktion als die Terminvermittlung: Hier geht es um akute Beschwerden heute, nicht um einen Termin in Wochen.

Notaufnahme – bei schweren akuten Beschwerden. Sie ist keine Abkürzung zum Facharzttermin; wer mit einem Anliegen kommt, das keinen Notfall darstellt, wartet dort lange und hinter allen dringenderen Fällen.

Ein Hinweis zur Einordnung

Lange Wartezeit ist ärgerlich, aber nicht automatisch gefährlich. Umgekehrt gilt: Wenn sich Ihre Beschwerden verändern oder verschlechtern, während Sie warten, ist das ein Grund, erneut in der Praxis anzurufen – nicht, still weiterzuwarten.

Der Termin in acht Wochen war für den Zustand von heute geplant.


Dieser Beitrag erklärt Zugangswege zur ambulanten Versorgung. Er ersetzt keine ärztliche Beratung.

HÄUFIGE FRAGEN
Was macht die Terminservicestelle?
Sie vermittelt gesetzlich Versicherten Termine bei Fachärztinnen und Fachärzten innerhalb bestimmter Fristen. Erreichbar ist sie rund um die Uhr unter 116 117 und online. Für die meisten Fachrichtungen benötigen Sie eine Überweisung mit Dringlichkeitscode; bei Augenheilkunde und Gynäkologie geht es auch ohne.
Was ist ein Dringlichkeitscode?
Ein Code, den die überweisende Praxis auf die Überweisung schreibt. Er signalisiert der Terminservicestelle, wie dringend der Termin ist, und bestimmt die Frist, innerhalb derer vermittelt werden soll. Ohne Code kann in der Regel nicht vermittelt werden – fragen Sie in der Praxis danach, wenn er fehlt.
Kann ich mir die Praxis aussuchen?
Bei der Vermittlung über die Terminservicestelle nur eingeschränkt: Vermittelt wird eine Praxis in zumutbarer Entfernung, nicht die Wunschpraxis. Wenn Ihnen eine bestimmte Praxis wichtig ist, führt der direkte Weg dorthin – dann allerdings ohne Fristzusage.
Bekomme ich als Privatversicherter schneller einen Termin?
Häufig ja, weil die Abrechnung für die Praxis anders funktioniert. Ein Anspruch darauf besteht nicht. Umgekehrt gilt: Die Terminservicestelle vermittelt nur gesetzlich Versicherte.